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Eingängige Schreibe – einladendes Layout: Faustregeln für Textgestaltung aus Rhetorik, allerlei Stilschulen und einem Design-Handbuch

Eingängig schreiben – wäre es nicht schön, dafür eine Faustregel zu haben, möglichst von einem erfolgreichen Praktiker? Das Zitat im Beitragsbild scheint genau dies zu liefern: Joseph Pulitzer war nicht nur Namensgeber eines Preises für Literatur, Journalismus, Pressekarikatur und mehr, sondern ein US-Zeitungsverleger, der wusste, wie man ein Massenpublikum gewinnt. Aber was heißt hier „Nach Joseph Pulitzer“?

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„Wenn ich ,Rhetorik‘ höre, denke ich an…“ Erste Sitzung des Seminars „Text-Bild-Rhetorik“ an der Muthesius Kunsthochschule Kiel

Ein Priester hält eine Bußpredigt – programmatischer Auftakt zum „Basler Totentanz“ 1, der selbst eine Bußpredigt war, wenn auch in Wort und Bild auf einer Friedhofswand und schon bald als Buch – ich habe den Zusammenhang durch eine Sprechblase verdeutlicht.  

Wie wirken Text und Bild konkret auf solchen ,Sehflächen‘ 2 zusammen, um Meinungen zu beeinflussen? Diese Frage wurde spätestens mit der Erfindung von Reproduktionsmedien wie Holzschnitt und Buchdruck bedeutsam und ist im digitalen Zeitalter relevanter denn je – in der Rhetorikforschung wurde sie aber bisher vernachlässigt. Ich nenne sie „Text-Bild-Rhetorik“ und hoffe, dass ich mit meiner Faszination dafür den einen oder die andere ein bisschen anstecken kann. Nicht nur in wissenschaftlichen Aufsätzen, sondern auch in diesem Blog und durch Lehrveranstaltungen. Und nicht nur durch Lehrveranstaltungen in meinem natürlichen Habitat als Literaturwissenschaftler, zum Beispiel im Masterseminar „Text-Bild-Rhetorik“ am Institut für Literatur und Medienwissenschaften der Uni Kiel 2021. Sondern auch in einem Seminar am Institut für Kunst und Medienwissenschaften der Kieler Muthesius-Hochschule für Kunst und Design 2025/2026.

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  1. Hier in Johann Rudolf Feyerabends Aquarellkopie aus dem Jahr 1806.[↩]
  2. Zu diesem Begriff Ulrich Schmitz (2011): Sehflächenforschung. In: Hajo Diekmannshenke/Michael Kemm/Hartmut Stöckl (Hg.) (2011): Bildlinguistik. Theorien, Methoden, Fallbeispiele. Berlin, S. 23–42.[↩]

Deadline und Totentanz: Erster Einblick ins DH-Projekt „Rhetorische Muster der politischen Pressekarikatur” – die Leitfrage

„I work on deadline, so I can’t sit around waiting for inspiration to strike”, formulierte der große US-Karikaturist Doug Marlette 1991 1. Das gilt nach wie vor für die meisten seiner Kolleg*innen. Vielleicht wären sie also dankbar für eine Topik, d.h. Ideensuchsystematik, wie die klassische Rhetorik sie für die Verfertigung von Reden bereithält. Doch gibt es zwar Topiken für Predigten, Gelegenheitsgedichte und andere rhetorische Textsorten – aber nicht für Karikaturen.

Trotzdem müssen Karikaturist*innen nicht täglich das Rad von Neuem erfinden: Sie können auf Bausteine zurückgreifen, die oft Jahrhunderte alt sind, manchmal sogar Jahrtausende – und manchmal nur wenige Wochen. „Deadline und Totentanz: Erster Einblick ins DH-Projekt „Rhetorische Muster der politischen Pressekarikatur” – die Leitfrage“ weiterlesen

  1. Doug Marlette (1991): In your face. A cartoonist at work. Boston.[↩]